„Gibt’s nicht eine Gebärdensprache für alle?“
Eine typische erste Frage und ein Mythos, den wir in diesem kurzen Artikel entlarven möchten!💡
Denn: Gebärdensprachen sind genauso vielfältig wie Lautsprachen. Vielleicht sogar noch vielfältiger. Im Vergleich zu Lautsprachen ist die Forschung von Gebärdensprachen noch sehr jung.
An der Universität Hamburg wurde beispielsweise erst 1981 die Forschungsstelle für Deutsche Gebärdensprache gegründet.
Die Forschungsstelle entwickelte sich zum Institut für Deutsche Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser.
Erst seit 2002 ist die Gebärdensprache in Deutschland als eigenständige Sprache gesetzlich anerkannt.
So wie es Deutsch, Englisch, Suaheli oder Nepali gibt, existieren auch viele verschiedene Gebärdensprachen.
Jede mit eigener Grammatik, eigenen Gebärden und regionalen Besonderheiten.
Klicke auf das Bild um das Video von Jason zu diesem Thema zu sehen:
Hier einige Beispiel verschiedener Gebärdensprachen:
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Kenia→ KSL (Kenian Sign Language)
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Deutschland→ DGS (Deutsche Gebärdensprache)
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Kolumbien→ LSC (Lengua de Señas Colombiana)
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Italien → LIS (Lingua dei Segni Italiana)
Manche Länder haben mehrere Gebärdensprachen, genau wie in manchen Länder mehrere Lautsprachen gesprochen werden.
Innerhalb der Länder gibt es zudem dialektale Unterschiede in den Gebärdensprachen.
In der DGS zeigen sich diese Unterschiede zum Beispiel besonders bei Wochentagen, Monaten oder Jahreszeiten.
Wie Gebärdensprachen entstehen
Gebärdensprachen entstehen, wie Lautsprachen, in Sprachgemeinschaften.
Da die Mehrheit Tauber Kinder hörende Eltern haben, lernen sie die Gebärdensprache häufig nicht direkt zuhause, sondern früher zum Beispiel in Heimen oder in Schulen für gehörlose Schüler*innen. Diese Einrichtungen bewahren die Sprachtradition und ermöglichen, dass die Gebärdensprache von Generation zu Generation weitergegeben wird.
International Sign: Länderübergreifende Verständigung
International Sign ist keine natürlich entstanden Sprache wie DGS oder ASL.
Vielmehr handelt es sich um ein visuelles Kommunikationssystem, das Elemente verschiedener Gebärdensprachen miteinander verbindet. Es ermöglicht gehörlosen Menschen, über Ländergrenzen hinweg zu kommunizieren, indem vor allem auf die visuellen und ikonischen, also bildhaften, Aspekte der Gebärdensprachen zurückgegriffen wird.
Dabei können die Gebärden bei Bedarf flexibel angepasst werden, bis die Botschaft klar übermittelt ist. International Sign wächst dabei kontinuierlich weiter, indem bewährte Kommunikationsstrategien und Gebärden aus verschiedenen Sprachen übernommen werden.
Du hast Lust bekommen die Deutsche Gebärdensprache zu erlernen und Dich intensiver mit der Kultur und Grammatik der DGS auseinander zusetzen?
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